Mittwoch, 19. September 2012

Wieder zu Hause!

Ich bin wieder da. Soeben angekommen.

Der Kühlschrank ist leer. Deshalb sitze ich erst mal in meinem Lieblingscafé um die Ecke und esse ein Stück Kuchen.

Spätestens am Montag werde ich gefragt: wie war die Tour? - Ich glaube, ich muss das erstmal sacken lassen. Wahnsinnig viele Eindrücke von ganz unterschiedlichen Landschaften und ganz unterschiedlichen Städten und Menschen.

Wie kann man die Postkarten-Schweiz, die Alpen, die Provence, die Camargue und die französische Mittelmeerküste in zwei Sätzen zusammenfassen? - Das geht einfach gar nicht.

Jede Region hat ihren eigenen Reiz. Jede Region hat ihre typischen Besonderheiten.

Beim Radfahren erlebt man diese sehr intensiv. Der Weg ist das Ziel. Nicht Autobahnen, auf denen man an allem vorbeirauscht, sondern kleine Nebenstraßen, auf denen man alles aus nächster Nähe betrachten kann.

In einer Geschwindigkeit, die es einem erlaubt, jederzeit stehen zu bleiben und die Wunder des Lebens zu entdecken und genießen zu können.

Die Langsamkeit neu zu entdecken. Im wahrsten Sinne des Wortes zu "erfahren", wie viel Landschaft und wie viele Details zwischen hier und Südfrankreich liegen - eine Strecke, die man mit dem Flugzeug problemlos im zwei Stunden zurücklegen kann, für die ich aber drei Wochen gebraucht habe.

Zu erfahren, wie lange die Menschen vor hundert Jahren gebraucht haben mögen, um eine solche Strecke zurückzulegen, und wie beschwerlich es gewesen sein mag.

Zu sehen, wie die Menschen passend zu ihrer Region leben: von Kühen und Milchproduktion in der Schweiz, vom Weinanbau in der Provence oder vom Fischfang am Mittelmeer.

Und zu sehen, wie sich diese ursprünglichen Lebensformen heute weiterentwickelt haben: Die Hightech-Metropole Montpellier, der Touristen- und Wallfahrtsort Saintes Maries de la Mer oder das nur vom Flughafen Marseille lebende Vitrolles.

Landschaften, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: der Bodensee, die Schweizer Alpen, der Genfer See, der Pilatus, die Provence, die Camargue, ...

Menschen, die sehr unterschiedlich sind: die eigenwilligen Schweizer, die stolzen Franzosen, die Touristen am Mittelmeer, die Pferdezüchter in der Camargue, die Weinbauern in der Provence. Unendlich ließe sich diese Liste fortführen.

Jede Radtour hat etwas von Jakobsweg: authentisches Leben zu erfahren, außerhalb von künstlichen Spieleparadiesen und Shoppingcentern...

Hm. Und was antworte ich nun auf die Frage am Montag "Wie war die Tour?"

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