Samstag, 8. September 2012

Sisteron

Sisteron

Wow! Das hat sich gelohnt! Wie dieser Ort hier liegt - einfach Wahnsinn.

Das an sich sehr breite Tal der Durance verengt sich auf wenige hundert Meter. Von beiden Seiten kommt das Gebirge an die Durance heran, das so merkwürdig senkrecht gefaltet ist, wie ich es noch die gesehen habe. Allen das ist schon sehenswert.

Auf der einen Seite ist eine riesige Zitadelle, für die man anderthalb Stunden zur Besichtigung braucht. Nach drei Seiten hat man einen herrlichen Blick ins Tal - der Durchgang im Tal ist nur eine Straße breit. Ideal also zur Verteidigung.

Der erste Blick auf die Durance, die mich die nächsten Tage begleiten wird

So ist das Schild richtig herum

Wo ist eigentlich meine Motorbremse?

Auf dem Pass

16. Tag: Saint Bonnet en Champsaur - Sisteron

Am frühen Morgen ging es über die Route Napoleon, die Nationalstraße N85, zum Col Bayard auf 1.248 m Höhe, dem höchsten Punkt meiner Tour.

Nach den Strapazen von gestern fiel es mir ehrlich gesagt nicht leicht, die weiteren 300 Höhenmeter zu erklimmen. Ich habe auf dieser Tour nun knapp 1.000 km hinter mir und die zahlreichen Höhenmeter der letzten Tage haben ihre Spuren hinterlassen. Es mangelt momentan einfach etwas an Kraft. Schieben war angesagt.

Um so schöner war es dann, als ich den Pass erreicht hatte. In einer rasanten Abfahrt ging es dann hinunter nach Gap auf 750 m Höhe und dann weiter nach Sisteron auf 550 m Höhe. Allerdings hätte ich mir auch das etwas einfacher vorgestellt: spätestens seit Gap blies mir der Wind entgegen.

Hinter Gap hatte ich das Tal der Durance erreicht, die mich die nächsten Tage begleiten wird.

War es in den Bergen noch saftig grün und frisch, so war es nun sehr viel trockener geworden: verdorrte Sträucher und Felswände bestimmten das Bild. Eidechsen sonnten sich auf der Straße und nahmen reiß-aus, sobald Sie mich sahen. Grillen waren überall zu hören.

Ich bin nun in der Provence.

Mein Weg führte die ganze Zeit an einer Nebenstraße mit endlosen Obstplantagen entlang. Die Äpfel sind reif - die Kisten für die Ernte stehen schon bereit. Ich habe natürlich gekostet... ;-)

Nachdem ich die ganze Zeit fast vollkommen alleine unterwegs war, war ich kurz vor Sisteron wieder zurück in der Zivilisation: ein riesiges Süper Ü-Shopping-Center mit Süper Ü-Tankstelle und Süper Ü-Waschstraße und Süper-Ü-Kinderbelustigung lag vor mir...