Freitag, 7. September 2012

Riesenhund

Saint-Bonnet-en-Champsaur

Auf 1.000 m Höhe gelegener kleiner Ort mit ein paar mittelalterlichen Straßen und Häusern.

Vom Kirchplatz hat man einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden Berge.

Skurriles Hotel

Das Hotel heute fällt in die Kategorie "skurril".

Das Hotel, das ich eigentlich haben wollte, war belegt - also musste ich auf das einzige weitere Hotel in diesem Ort ausweichen.

Das Hotel wird von zwei Damen gemanaged, die ich - rein von der Optik her - Hartz IV zuordnen müsste.

An der Rezeption ist Chaos: alles Mögliche fliegt dort rum. Ein großer Computer mit blauen Leuchtdioden steht zentral auf dem Schreibtisch, anstatt unter diesem.

Vor der Rezeption liegt ein riesengroßer, cremefarbener Hund. Hinter der Rezeption hat er sein "Körbchen", das sicher 1,50 m im Durchmesser misst. Wenn er sich aufstellt, ist er sicher größer wie ich.

Die Zimmer sind in einem garagenähnlichen Nebengebäude untergebracht. Sie sind alt, aber sauber und nicht besonders teuer.

Ich der Einzige junge Gast - alle anderen sind um die siebzig.

Heute schläft das Fahrrad zur Abwechslung mal bei mir im Zimmer.

Le Lac du Sautet (See Nr. 19)

Höhepunkt heute war sicherlich die Fahrt entlang des Lac du Sautet, wieder eines Stausees des Drac.

Über das Hochtal auf knapp 1.000 m Höhe kommend ging es in vielen Kehren auf einer kleinen Straße in rasanter Abfahrt hinunter ins Tal und über eine kleine Brücke über den Zufluss zum Stausee auf der anderen Seite wieder hinauf auf die gleiche Höhe.

Ich hab ganz schön geschwitzt. Autos hab ich fast keine gesehen - vielleicht alle halbe Stunde mal eines.

Auf der anderen Seite gab es dann ein Kloster - sicherlich die richtige Stelle für so etwas. Die Ruhe wurde lediglich durch eine Anzahl von Hühnern, Rebhühnern und Gänsen unterbrochen, die lautstark miteinander schnatterten.

Weiter in 1.000 m Hohe

Weiter ging es bei wunderschönem Wetter.

Am Morgen waren die 3.000er,von denen ich umgeben bin, nur zeitweise zu sehen: wie eine Fatamorgana tauchten sie mal aus dem Dunst auf um wieder zu verschwinden und später wieder zu erscheinen. Erst gegen Mittag war es so klar und sonnig, dass sie permanent zu sehen waren.

15. Tag: La Mure - Saint Bonnet en Chamsaur, 60 km

Dieser Tag war sicher einer der Höhepunkte der ganzen Tour: meist ging es in 900 m Höhe durch die Alpen - mit phantastischen Ausblicken auf die Berge einerseits und in die Täler andererseits.

Mehrfach ging es heute auf und ab - entsprechend anstrengend war der Tag bis an die Kräftegrenze. Aber es hat sich gelohnt.

Los ging es von La Mure in einer rasanten Abfahrt von 885 auf 590 m. Ich musste über diese Brücke, die das Tal des Drac überspannt. Sie wird von Bungeejumpern genutzt - entsprechend tief geht es von der Brücke nochmal in die Tiefe...

Für mich ging es auf der anderen Seite wieder hoch, auf knapp 1.000 m durch ein fruchtbares Hochtal.