Donnerstag, 6. September 2012

14. Tag: Grenoble - La Mure, 56 km

Für heute war eigentlich Sonne vorausgesagt. Doch es war alles andere als sonnig.

Heute ging es in die Berge. Zunächst ging es an stark befahrenen Straßen - aber auf Radwegen! - aus Grenoble raus: mehr als 10 km hat es gedauert, bis ich bebautes Gebiet hinter mir hatte.

Irgendwann bog ich von der Haupt- auf eine Nebenstraße ab. Nun änderte sich die Lage schlagartig: war ich eben noch im Gewusel des Großraums Grenoble, so war ich nun fast vollkommen alleine unterwegs. Vielleicht alle halbe Stunde mal ein Auto.

Es hing eine dunkle Decke von hohem Nebel (oder tiefen Wolken - je nachdem, wie man das sieht) über den Bergen. Nach Regen sah es nicht aus, aber es gab sehr interessante Lichtverhältnisse.

Ich kämpfte mich die Berge hoch. Auf 650 m Höhe hatte ich dann die Wolkendecke erreicht. Nebelschwaden zogen aus dem Tal die Hänge hinauf - ein geradezu mystisches Bild!

In fast vollkommener Einsamkeit ging es eine leere Nebenstraße immer weiter nach oben bis auf 880 m, nur gelegentlich unterbrochen durch verlassen wirkende Bergdörfer oder ein paar Kühe am Straßenrand.

Das Highlight dieser Etappe war der Blick auf den Stausee des Drac: mehr als 400 m über dem See hatte ich einen phantastischen Ausblick auf den grünlich schimmernden, in das Tal eingezwängten See.

Ich war hier vollkommen alleine: man hat die Vögel zwitschern gehört und ein paar Kuhglocken aus dem Tal. Schmetterlinge flogen vorbei und ein Grashüpfer hüpfte über die Straße, die kaum breiter ist, als ein breiter Radweg.

Ein schöner Tag.

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